Wir befinden uns im Jahre 1798. Das revolutionäre Frankreich marschiert in die Eidgenossenschaft ein und verbreitet Angst und Schrecken. Die Männer, berauscht vom eigenen Mut, entschliessen sich, auf die Berge zu steigen und die feindlichen Truppen mit einer Lawine aus Eis, Steinen und Schnee aufzuhalten.
Die Frauen bleiben zurück und müssen sich allein um Dorf und Alltag kümmern. Sie setzen zunächst auf eine andere Art von Widerstand: schmutzig und ungewaschen wollen sie die Franzosen abschrecken, damit diese weiterziehen und das Dorf verschonen.
Doch statt einer Armee erscheint nur ein einziger Franzose – Foulon, ein charmant lebenslustiger französischer Schlachtenmaler. Seine unbekümmerte Art, seine Lebensfreude und sein Blick auf die Welt bringen frischen Wind ins Hochtal. Die Frauen – zuvor noch „unter sich“ – entdecken Lebenslust, Erotik und neue Perspektiven, während die Männer auf dem Berg frieren und auf den vermeintlichen Feind warten.
1991 schrieb Thomas Hürlimann die Mundartkomödie «Franzos im Ybrig», die später auch am Schauspielhaus Zürich aufgeführt wurde. Wir verlegen die Handlung ins Glarner Klöntal – auch bei uns sind die Franzosen einmarschiert. Das Stück mischt farbig, feurig und spritzig historische Begebenheiten mit überzeichneten Figuren und Situationen. In seinem Kern geht es um Fremdheit und Begegnung: Wie reagieren Menschen auf das Unbekannte – mit Angst, Abwehr oder Neugier? Und wie verändern sich Rollen, wenn gewohnte Strukturen plötzlich entfallen?